Welthungerwoche, 4. Tag

Am 16. Oktober findet alljährlich der Welthungertag statt. Diesen „Gedenktag“ gibt es seit 1979. Wir nutzen dieses Datum und erweitern diesen Tag zu einer Fairdirect- Welthungerwoche von Montag bis Freitag mit täglich einem Blogeintrag. Hier der Tag 4

Was hilft gegen Hunger?

Die Frage ist im Grunde mit einem Wort einfach beantwortet und doch so schwierig zu beantworten. Wir in Deutschland essen, wenn wir Hunger haben oder auch nur aus Genuss. Wir werfen über die Hälfte der Nahrung, welche uns zur Verfügung steht, gedankenlos weg. Obstbäume in der freien Natur werden meist nicht mehr abgeerntet. Ob in einem reichen Land wie Deutschland Einrichtungen wie die Tafel sinnvoll sind, muss jeder für sich beantworten.

Aus Hoffnung der einfachen Hilfe für arme Menschen greifen wir beim Einkauf immer öfter zu fair gehandelten Produkten, deren Mehrpreis meist nachweislich nicht beim Produzenten ankommt und von Handelsketten immer mehr als Lockangebote genutzt werden. Auch werden begonnene Umstrukturierungen hin zu z.B. ausschließlich fair gehandelten Bananen vom Lebensmitteleinzelhandel wieder zurückgenommen.

Nach über 60 Jahren Entwicklungshilfe waren 2014, also vor der Flüchtlingskriese, schon so viele Menschen auf der Flucht wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr. Die EU hat in dieser immer noch anhaltenden Flüchtlingskriese in 2015 1,3, in 2016 1,26 und in 2017, bedingt durch die Schließung der Balkanroute, dem Flüchtlingsabkommen mit der Türkei und weiteren Aktionen 0.65 Millionen Menschen Zuflucht geboten. Ende 2018 lebten 1,7 Millionen Schutzsuchende in Deutschland, 1,2 Millionen Menschen davon sind als Flüchtlinge anerkannt. Von diesen sind 408750 Junge Männer zwischen 18 und 29 Jahren. 38 Tausend Flüchtlinge standen Ende 2018 in einem Ausbildungsverhältnis bei 530000 offenen Ausbildungsplätzen. 70,8 Millionen Menschen waren Ende 2018 weltweit auf der Flucht.

Handeln auf Augenhöhe

Im Grunde ist die Antwort wirklich einfach. Wir Deutsche möchten nicht schlecht behandelt werden und pochen auf unser Recht. Viele haben eigens eine Rechtsschutz- Versicherung. In Deutschland wurden in 2014 1,4 Millionen Klagen eingereicht und das bei abnehmender Tendenz. Zeitgleich wundern wir uns, wenn z.B. Menschen nicht mehr für einen Hungerlohn unsere günstigen Produkte herstellen können. Frei nach dem Motto: „Fair darf es sein, aber billig bitteschön“ reihen wir den fairen Handel in unser Einkaufverhalten ein. Unser Konsumverhalten richtet sehr viel Schaden in der Welt an, dies zu realisieren ist wichtig und die Grundlage für eine wirkliche Veränderung.

Was würden wir fordern, wären wir in der Lage dieser armen Menschen?

  • Selbstbestimmung und Würde. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Nur weil es im deutschen Grundgesetz ganz vorne steht, ist es nicht nur für uns Deutsche gültig.
  • Eine Unterkunft, ausreichend Nahrung, Zugang zu sauberem Wasser.
  • Schulbildung. Einfachste, für uns selbstverständliche Basics wie Lesen, Rechnen und Schreiben. Wissen ist Macht.
  • Ausbildung. Fundiertes Wissen über meine Tätigkeit erlernen. Hier wären viele tolle Möglichkeiten für eine Umsetzung vorhanden.
  • Infrastruktur. Strom, Hygiene und eine gute Versorgung im Krankheitsfall.
  • Sozialleistungen, Rente bzw. eine Altersvorsorge
  • Faire Entlohnung für meine Arbeit
  • Reale Bedingungen für einen Verkauf meiner Produkte weltweit.

Die Liste lässt sich sicherlich noch erweitern. All dies sind Dinge, die für uns absolut logisch sind, betreffen sie unser Leben. Diese sollten wir auch allen anderen Menschen zugestehen. Mindestens aber unseren Geschäftspartnern bzw. den Produzenten unser konsumierten Waren und Güter.

Der direkte Handel ist, gerade im Zeitalter des Onlinehandels, real für alle Menschen möglich. Nicht nur wir sehen im Direkthandel eine effektive und nachhaltige Möglichkeit der fairen und ehrlichen Hilfe. Parallel muss eine schnelle Versorgung und Basis für eine Selbsthilfe aufgebaut werden. Leider haben sich in den letzten Jahren mehrere große Organisationen an unserem praktiziertem und real funktionierendem Direkthandel ohne Gewinnabsichten gestört gefühlt. Zentrale Punkte der Kritik: Der „unzumutbare, direkte Kontakt mit den Wilden“ (originales Zitat) und diesen den Kaufpreis direkt auszuzahlen. Wenn wir etwas verkaufen möchten, nur über mitbestimmen wollende Vermittler verkaufen können und nicht den uns zustehenden Kaufpreis komplett ausgezahlt bekommen, wie würden wir reagieren?

Handeln auf Augenhöhe ist ein guter Anfang um Hunger und Ungerechtigkeit zu bekämpfen. Viele Schritte sind nötig. Hierzu ist der Wille diese zu gehen nötig. Ohne Wille keine Veränderung!

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