Leitbild

Haben Sie heute schon jemanden übervorteilt?

Nein? Unser Einkaufverhalten heute hat weltweite Konsequenzen. Auch Deutschland bedient sich in den Gärten und Ställen der ganzen Welt. Der Preis bestimmt meist die Herkunft. So sind wir es schon längst gewohnt z.B. Schweinefleisch aus Chile, Spargel aus Peru oder Weintrauben aus Indien zu konsumieren.

Oftmals werden diese völlig anonym und unter erbärmlichsten Bedingungen hergestellt. Die meisten Handelsketten verstärken diesen Trend bewusst mit ihren Eigenmarken. Viele traditionelle und handwerkliche Produktionsschritte sind industrialisiert, optimiert und ökonomisch rationalisiert, Tiere zur Ware deklassiert. Gute, kleine und handwerklich „mit Herzblut“ geführte Betriebe haben keine Chance mehr, müssen aufgeben. Mit Rohstoffen wird an Börsen spekuliert. Natürliche Zusatz- und Geschmacksstoffe werden durch künstliche ersetzt. So entscheidet unser Einkauf täglich neu über Ausbeutung, Armut, Tierqual, den Umgang mit Ressourcen, Umwelt und auch über unsere eigene Gesundheit.

Da sich unser Land mittlerweile nur noch mit wenigen Lebensmittel komplett selbst versorgen kann, sind wir extrem von weltweiten Ereignissen und einem Funktionieren globaler Lieferketten abhängig. Selbst mehr als jeder zweite Apfel im deutschen Handel kommt bereits aus dem Ausland, bei immer mehr nicht geernteten Apfelbäumen hier. Diese globale Art der Nahrungsmittelversorgung benötigt eine enorme Menge an fossilen Rohstoffen, belastet die Umwelt sehr und ist direkt mitverantwortlich für global steigende Nahrungsmittelpreise.

Zeitgleich endet rund ein Drittel der global verfügbaren Lebensmittel im Abfall. Diese unfassbare Menge reicht aus, um über 2 Milliarden Menschen angemessen zu ernähren. Genug um den Hunger auf der Welt zu beenden, einen Puffer für die weitere Zunahme der Weltbevölkerung zu bilden und die Klimakrise wirksam zu bekämpfen.

Das sorgt bei uns allen für eine große Verantwortung mit dem richtigen Umgang unserer Lebensmittel.

Unser Ziel: Fair und direkt, regional und weltweit auf Augenhöhe handeln und aktuell vernichtete Lebensmittel möglichst langfristig nutzen.

Das Ziel von Fairdirect e.V. ist niemanden mehr übervorteilen zu wollen und zu müssen.

Mit dem Aufbau einer Infrastruktur mit einem für jedermann regional und weltweit möglichen und einfachen, direkten Warenhandel ohne jeden Zwischenhandel gehen wir hierfür ganz neue Wege.

Unter dem Begriff „humanitäre Bioökonomie“ bietet Fairdirect e.V. verschiedene Projekte mit dem Fokus der Linderung von Mangelernährung hin zu einem funktionierenden, menschen- und umweltfreundlichen Versorgungsansatz durch eine maximal verlängerte Nutzungsdauer noch guter, sonst entsorgter Lebensmittel.

Wir kommen aus unterschiedlichen Hintergründen und sind offen für Zusammenarbeit mit allen und jeden die diese Ziele teilen. Persönlich, für den Vorstand und etliche Vereinsmitglieder, sind die christlichen Werte unser Maßstab, das Vertrauen auf Jesus Christus, Respekt, Nächstenliebe und ein fairer, direkter Umgang weltweit bildet unsere Basis.

Fairdirect e.V. ist Mitglied der Projektgruppe Familie und Armut der Stadt Marburg.

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