Welthungerwoche, 2. Tag

Am 16. Oktober findet alljährlich der Welthungertag statt. Diesen „Gedenktag“ gibt es seit 1979. Wir nutzen dieses Datum und erweitern diesen Tag zu einer Fairdirect- Welthungerwoche von Montag bis Freitag mit täglich einem Blogeintrag. Hier der Tag 2

2.: Hunger und die Menschenwürde

Was ist der Hauptgrund für Menschen zu flüchten? Pauschal lässt sich das nicht einfach beantworten. Krieg, Unterdrückung, Perspektivlosigkeit, Naturkatastrophen – Alle diese Punkte haben Hunger zur Folge. Heute haben auch viele arme Menschen Zugang zu dem Internet und sehen, in welcher Armut sie leben. Die Ernährungsunsicherheit in Kombination mit Armut und Unterdrückung fördert die Gewaltbereitschaft was wiederum Menschen zwingt zu flüchten. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Teufelskreis.

Wir leben heute in Deutschland in einem modernen und reichen Land. Wir haben z.B. den irrsinnigen Luxus mit bestem Trinkwasser unsere Toiletten zu spülen. Vor einigen Jahrzehnten, ab Oktober 1944, mussten Millionen Deutsche Kriegsbedingt aus Ihrer Heimat fliehen. Zehntausende Deutsche starben auf der Flucht an Hunger. Auch nach Beendigung des bis heute weltgrößten Krieges, welche wir Deutsche angefangen hatten, war ganz Europa auf Hilfslieferungen angewiesen. Noch immer starben auch viele Deutsche an Hunger. Millionen Deutsche bekamen Hilfsgüter, Aktionen wie z.B. die Berliner Luftbrücke sind legendär. Seit Eröffnung der Paketpost im Juni 1946 sind bis Ende März 1948 pro Monat auch 1 Million private Pakete von amerikanischen Haushalten nach Deutschland geschickt worden. Würden wir heute, kein Jahr nach Ende eines Krieges und überhaupt, an Menschen aus dem Land des Kriegsverursachers als privater Haushalt Hilfspakete dorthin senden?

Aktuell hat uns eine Flüchtlingskrise seit Herbst 2015 in Deutschland wieder, wenn auch nur schwach, erreicht. Große Anstrengungen werden seitdem unternommen, damit diese Massen „gelenkt“ werden. Ohne dies hier kommentieren zu wollen geht es generell um die Menschenwürde. Jeder Mensch auf der Welt, und das zeigt uns auch unsere eigene Geschichte, kann unbeabsichtigt in Not geraten. Gezielt Hunger zu verbreiten wird oft auch als Kriegswaffe eingesetzt oder in Kauf bei z.B. Land Grabbing genommen. Flucht ist oft nur die letzte Möglichkeit vor dem Hungertod.

Wäre ein Wirtschaftswunder in Deutschland ohne Hilfsgüter in Vorfeld möglich gewesen? Wohl kaum. Und das ist die wesentliche Frage Heute. Wollen wir, dass z.B. ein Land, welches uns günstigst Zugriff auf Hilfs- oder Rohstoffe bietet, wirtschaftliche Stabilität und ein „Wirtschaftswunder“ erreicht? Favorisieren wir ein Handeln auf Augenhöhe mit z.B. Kaffeebauern in Äthiophien oder möchten wir lieber einen günstigen Zugriff auf z.B. Lebensmittel? Ist Geiz wirklich geil?

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