Welthungerwoche, 1. Tag

Am 16. Oktober findet alljährlich der Welthungertag statt. Diesen „Gedenktag“ gibt es seit 1979. Wir nutzen dieses Datum und erweitern diesen Tag zu einer Fairdirect- Welthungerwoche von Heute bis Freitag mit täglich einem Blogeintrag.

Am 16. Oktober 1945 wurde die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO innerhalb der UNO mit dem Ziel gegründet, die weltweite Ernährung sicherzustellen. Dieses Gründungsdatum wurde für den Welthungertag gewählt. Was ist in den letzten 74 Jahren zu diesem Thema passiert, wie ist die aktuelle Lage und die Entwicklung in der Welt und welche Rolle spielt dieses Thema in und für unser Leben? In 5 Teilen möchten wir in dieser Woche verschiedene Bereiche beleuchten und Gedankenanstöße geben.

1.: Hunger darf kein Schicksal sein

Hunger in der Welt, ein heißes Thema. In unserer modernen Welt könnte der Welthunger längst besiegt sein denn Nahrungsmittel gibt es genug. Könnte, ist er aber nicht. Im Gegenteil. Seit 2015 steigt die Zahl der Hungernden von weltweit 777 Millionen Menschen auf 821 Millionen Menschen in 2017. Tendenz weiter steigend.

Fakt: Nahrungsmittel gibt es genug. Heute stehen im Mittel pro Mensch und Tag ein Kilogramm Getreide zur Verfügung. Die Kalorienproduktion allein durch Getreide ist also ca. 3000 kcal pro Kopf und Tag.

Also wird es schwierig als Ursache für den gerade auch steigenden Welthunger die wachsende Weltbevölkerung zu sehen. Viel mehr liegt es an der ungerechten Verteilung der Nahrung. Während ein Teil, die „Industriestaaten“, im Überfluss leben, leidet der andere Teil, die „Entwicklungsländer“ an Hunger. Interessant auch die Feststellung, dass aus vielen dieser “ Entwicklungsländer“ dringend benötigte, oft seltene Rohstoffe oder auch Lebensmittel wie z.B. unser heiß geliebter Kaffee stammt. Viele Industriestaaten versuchen schon lange durch z.B. den Kolonialismus im 19. Jahrhundert oder aktuell durch höchst fragwürdige Freihandelsabkommen sich einen Zugriff auf diese Produkte zu möglichst geringen Preisen zu sichern. Und ist ein geschwächter Handelspartner da nicht ein Vorteil? Ein hungernder Mensch oder ein am Hunger gestorbenes Kind hatte also nicht das Glück im richtigen Land bzw. nicht in der richtigen „Gruppe“ geboren worden zu sein.

Fakt: Der Welthunger bestätigt die Macht einer Gruppe Menschen gegenüber dieser schwächeren Gruppe.

Und das betrifft uns alle. Durch unser Konsumverhalten bestimmen wir täglich über das Schicksal vieler Menschen auf der Welt. Unser Griff in das Warenregal hat globale Auswirkungen, bestimmt über Tod oder Leben. Unbeabsichtigt haben wir eine Machtposition eingenommen, deren Auswirkungen wir uns oft nicht bewusst sind, nicht bewusst sein wollen oder wo uns diese bewusst verschleiert wird.

Beispiel Kaffee

Zur Zeit ist der Weltmarktpreis für Kaffee mit 0,93 US-Dollar pro 500 Gramm extrem günstig. Lag dieser im Oktober 2014 noch bei viel zu günstigen 2,22 US-Dollar, fällt er seitdem kontinuierlich. Im Einzelhandel ist daher der Kaffee günstig, viel zu günstig.

Mit dem Fairdirect- Kaffeeprojekt versuchen wir kleinen Kaffeeproduzenten auf Augenhöhe zu begegnen, Sie und ihre Arbeit wertzuschätzen. Der direkte Kontakt ist dabei zentral. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ gab Jesus in Markus 12,31 einem Schriftgelehrten als Teilantwort auf die Frage, welches Gebot das höchste von allen sei. Martin Luther sagte einmal ein passendes Zitat: „Unser Nächster ist jeder Mensch, besonders der, der unser Hilfe braucht.“

Wenn wir Christen nicht versuchen diesen Menschen mit Liebe und ohne Gewinnabsichten auf Augenhöhe zu begegnen, wer dann? So bietet diese Art des Kaffeebezuges eine gute Möglichkeit hierfür und lässt sich gut auf weitere Lebensmittel und Länder duplizieren.

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