Secondfood als Teil von Fairdirect

Das satzungsmäßige Ziel von Fairdirect e.V. ist „durch die Bildung eines weltweiten Fairdirect- Netzwerkes den regionalen und internationalen, direkten Marktzugang und die Entwicklung kleiner, wirtschaftlich benachteiligter Herstellerbetriebe zu fördern.“

Von zzt. rund 815 Millionen Hungernden sind 50 % diese Kleinbauern bzw. deren Familien. Da sie arm sind können sie, wenn ihre Ernte schlecht ausfällt, keine ausreichenden Nahrungsmittel hinzukaufen und müssen hungern. Auch bei guter Ernte erhalten diese, da ein fairer und direkter Zugang zu Kunden weltweit fehlt, keine existenzsichernden Preise für ihre Waren. Viele geerntete Produkte verderben schnell durch eine nicht vorhandene Infrastruktur (z.B. Kühlhäuser) und können so nur sehr bedingt selbst genutzt oder verkauft werden. Vielen Kleinbauern wird das wenige Land, welches sie bewirtschaften und somit ihre Existenzgrundlage, genommen.

Dabei wird der Welthunger nicht durch mangelnde Produktion verursacht, sondern von ungerechter Verteilung. Laut UN werden jedes Jahr 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel in den Müll geworfen, was rechnerisch etwa viermal so viel ist, wie nötig wäre, um das Hungerproblem in der Welt zu lösen. Allein die in den Industrienationen weggeworfene Menge könnte den Welthunger stoppen.

Die Weltbevölkerung wächst. In 2050 werden, nach Schätzung der UN, rund 2 Milliarden Menschen mehr auf der Erde leben. Zeitgleich nimmt die weltweit verfügbare Anbaufläche ab. Wir müssen also dringend nach geeigneten Möglichkeiten für eine Lebensmittelrettung suchen und diesen den hungernden Menschen direkt zugänglich machen.

Kleinbauern bzw. Kleinproduzenten eine Lebensperspektive bieten

Armut ist neben Krieg eine Hauptursache für Flucht. Was benötigt wird ist eine Perspektive für diese meist jungen Menschen in ihrer Heimat. Kleine Unternehmen können den wirtschaftlichen Mittelstand bilden. Diese benötigen einen guten, fairen, direkten und weltweiten Marktzugang für ihre Produkte und Alternativen bei Landverlust. Hier passt der Secondfood- Gedanke perfekt zu der Arbeit von Fairdirect. Eine Möglichkeit der Weiterverarbeitung von sonst verdorbenen Lebensmittel ebnet diesen neue Wege.

Weltweite Infrastruktur für die Umwandlung in robuste, ungekühlt maximal lange haltbare Lebensmittel

Vor dem Verderb zu schützende Lebensmittel gibt es weltweit. Gerade in armen Ländern fehlt die Infrastruktur für eine geeignete Lagerung. Diese benötigen eine einfache und robuste Infrastruktur um Lebensmittel robust und ungekühlt maximal haltbar zu machen. Auch in Industrieländer könnten aus mittellosen Menschen Kleinunternehmer oder Angestellte in einem geschützten Rahmen mit einer fairen, direkten Anbindung an den Welthandel entstehen.

Fairdirect e.V. beteiligt sich zzt.  an den weltweit ersten Open Source optischen Kaffeebohnensortierer für unter 300$ Verkaufspreis. Das Fairdirect Nepal- Kaffeprojekt zeigte einen großen Bedarf an einer günstigen und für Kleinbauern geeignete Infrastruktur für eine qualitativ gute Weiterverarbeitung der grünen Kaffeebohnen direkt durch diese und somit noch bessere, direkte Verkaufschancen an Kunden weltweit zu deutlich besseren Preisen. Auf dieser Basis beginnen wir langsam eine Infrastruktur an Open Source Geräten, welche Kleinunternehmen eine Produktion und Verkauf solcher „Secondfood“- Produkte ermöglicht.

Als gemeinnütziger Verein versuchen wir eine Ausrichtung von praktischer Hilfe nach biblischen Werten, wie sie Jesus Christus gelehrt hat, zu realisieren. Z.B. nach dem Gleichnis vom „barmherzigen Samariter„. Jeder, der sich auf dieser Basis mit einbringen möchte, ist herzlich eingeladen!

 

 

Ein Kommentar

  • Jens sagt:

    Ich finde diese die Idee von Secondfood wirklich klasse, schö wäre es den lieben Entwicklungsminister zu überzeugen, genau das was er sagt, wird hier ja umgesetzt und zwar in Wort unsd Tat. Richtig klasse!

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